Eine Zwangsstörung ist durch sich wiederholende belastende Gedanken und innere Dränge gekennzeichnet, die Betroffene durch bestimmte Handlungen und Rituale zu lindern versuchen. Diese Handlungen werden oft selbst als sinnlos oder übertrieben empfunden, können jedoch nicht gestoppt werden, was den Alltag und die Lebensqualität stark einschränken kann. Typische Zwangsgedanken sind die Sorge, etwas vergessen zu haben, sich mit einer Krankheit zu infizieren oder öffentlich negativ aufzufallen. Häufig äußern sie sich in Verhaltensweisen, wie wiederholtes Händewaschen, mehrfache Kontrolle der ausgeschalteten Herdplatte oder der Wohnungstür, akribisches Ordnen und Sortieren etc.. Damit sollen die Zwangsgedanken zur Ruhe gebracht werden, ansonsten kann es zu starken Angstgefühlen und inner Unruhe bei den Betroffenen kommen.
Auswirkungen aufs Studium
Die Symptome einer Zwangsstörung kosten viel Energie und Zeit, führen zu Anspannung, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten – die Gedanken kreisen um die Zwänge, sodass Lehrinhalten schwer zu folgen ist. Das kann die Anwesenheit in der Hochschule, die fristgerechte Bearbeitung von Aufgaben oder die Teilnahme an Gruppenarbeiten erschweren. Bestimmte Situationen im Hochschulalltag können Zwangsgedanken und -handlungen triggern oder verstärken. Belastend sind auch Momente, in denen Betroffene an der Ausführung ihrer Zwangshandlungen gehindert werden (z. B. in Prüfungssituationen) oder diese für andere sichtbar werden (z. B. häufiges Verlassen der Vorlesung, um die Hände zu waschen). Wenn sich Studierende durch ihre Zwänge gehemmt fühlen oder Angst vor Bewertung haben, kann das zum Vermeiden sozialer Situationen und zu sozialem Rückzug führen.
