Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Im Laufe ihres Lebens werden über die Hälfte aller Menschen mit mindestens einem traumatischen Ereignis konfrontiert. An einer Posttraumatischen Belastungsstörung, auch „PTBS“ genannt, erkranken jedoch nur ungefähr 10 % aller Betroffenen. Ursachen können z. B. schwere Unfälle, Kriegserfahrungen und körperliche, emotionale oder sexualisierte Gewalt sein. Personen können selbst betroffen oder Zeug*innen einer solchen Situation sein. Ausschlaggebend für die Entwicklung einer PTBS ist nicht, was erlebt wurde, sondern wie das Geschehene erlebt und verarbeitet wurde. Damit einher gehen Gefühle der Schutz- und Hilfslosigkeit sowie erlebter Kontrollverlust.

Symptomatisch kennzeichnend für eine PTBS ist das Wiedererleben des Traumas, z. B. in Form von emotional stark belastenden Alpträumen oder sich aufdrängenden Erinnerungen sowie „Flashbacks“, bei denen die Situation gedanklich und emotional noch einmal durchlebt wird. Auslöser können v. a. Situationen oder Sinnesreize sein, die an das traumatische Ereignis erinnern (auch „Trigger“ genannt). Deshalb vermeiden Betroffene meist Situationen oder Gedanken, die die Erinnerungen an das Trauma hervorrufen könnten. Weitere Vermeidungssymptome können auch emotionale Taubheit oder Gleichgültigkeit sein. Zudem leiden Betroffene an vegetativer Übererregung in Folge der permanenten Befürchtung einer möglichen Bedrohung. Das kann sich beispielsweise in Form von Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, gesteigerter Schreckhaftigkeit oder Reizbarkeit zeigen.

Auswirkungen aufs Studium


PTBS-Betroffene leben auch im Hochschulalltag mit erhöhter Anspannung, intensiven Angstreaktionen, Alpträumen oder Schlafstörungen. Die Symptome beanspruchen viel Energie und Aufmerksamkeit, was das Lernen, die Teilnahme an Lehrveranstaltungen oder das Einhalten von Fristen erschweren kann. In besonders belastenden Phasen kann es Studierenden sogar schwerfallen, die Wohnung zu verlassen, sodass Anwesenheitspflichten nicht erfüllt werden können. 

Die Auswirkungen von PTBS zeigen sich oft in Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, erhöhter Reizbarkeit, Stressanfälligkeit oder Leistungsschwankungen. Unerwartete Veränderungen, laute Umgebungen oder Prüfungen können Symptome verstärken. Werden betroffene Studierende beispielsweise während eines Seminars mit einem Trigger (durch Sinnesreize, Lehrinhalte, Orte, Begegnungen) konfrontiert, können sie womöglich dem Seminar nicht mehr oder nur eingeschränkt folgen. Zusätzlich kann es zu Dissoziation kommen – einem Zustand, in dem die Wahrnehmung oder Aufmerksamkeit vorübergehend eingeschränkt ist – wodurch es herausfordernd wird, sich auf Aufgaben, Prüfungen oder Lehrinhalte zu konzentrieren.
Manche Studierende ziehen sich auch aus Angst vor Triggern, sozialer Interaktion oder Missverständnissen aus Gruppenarbeiten, Seminaren oder informellen Treffen zurück.

Hilfreiche Links

Erfahrungsbericht PTBS

Podcast der Traumatherapeutin Verena König

Quellen

gesund.bund.de: Posttraumatische Belastungsstörung

psychenet: Posttraumatische Belastungsstörung



Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 06.03.2026