Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt) ist durch anhaltende Instabilität in Emotionen, zwischenmenschlichen Beziehungen und im Selbstbild gekennzeichnet. Typische Symptome sind eine starke Angst vor Verlassenwerden, ein Gefühl innerer Leere und Anspannung, ein unsicheres Selbstbild und Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren. Die Störung beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter und verläuft oft in Phasen.

Betroffene erleben oft starke, schwer kontrollierbare Gefühle, die rasant wechseln können, von tiefer Traurigkeit zu intensiver Wut oder Euphorie. Sie neigen zu intensiven, aber instabilen Beziehungen, die häufig von Idealisierung und plötzlicher Abwertung geprägt sind. Eine erhöhte Sensitivität gegenüber Zurückweisung kann dabei zu Konflikten führen. Wenn ein unsicheres Gefühl für die eigene Identität besteht, können Ziele, Werte und Meinungen häufig wechseln oder sich denen anderer Menschen anpassen. Oft zeigen sich auch Impulsivität, etwa durch riskantes Verhalten oder Substanzmissbrauch, sowie selbstverletzende oder suizidbezogene Tendenzen. In Momenten starker Über-/Belastung kann es zu Dissoziation kommen (wörtlich „Trennung“ oder „Abspaltung“) – einem Zustand, in dem die Wahrnehmung vorübergehend eingeschränkt ist. 

Auswirkungen aufs Studium

Für Studierende mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können intensive Gefühle, Stimmungswechsel und Schwierigkeiten mit der Selbstregulation die Konzentration auf Vorlesungen, Lernstoff oder Prüfungen erschweren. Gleichzeitig fällt es oft schwer, sich zu motivieren, langfristig zu planen, Absprachen zuverlässig einzuhalten oder gleichbleibende Leistungen zu erbringen. Unsicherheiten, Selbstzweifel und ein teilweise verzerrtes Selbstbild (Diskrepanz zwischen innerem Erleben und Realität) können zusätzlich belasten. Prüfungsstress kann destabilisierend und symptomverstärkend wirken.

Das Aufbauen und Aufrechterhalten von Beziehungen zu Mitstudierenden und Lehrenden kann herausfordernd sein. Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu setzen oder die Grenzen anderer zu wahren, impulsives Verhalten und eine erhöhte Sensitivität gegenüber Kritik (z. B. von Lehrenden oder bei Gruppenarbeiten) können zu Missverständnissen, Konflikten oder sozialem Rückzug führen. 

Quellen

Gesund.Bund: F60.31: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ

MSD Manuals: Borderline- Persönlichkeitsstörung

Neurologen und Psychiater im Netz: Borderline-Persönlichkeitsstörung

Hilfreiche Links

Birmingham City University: University, Life, and My Borderline Personality Disorder (englisch)

Student Minds: Coping with Borderline Personality Disorder at University (englisch)



Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.04.2026