Der Begriff „Sucht“ wird häufig für Abhängigkeitserkrankungen verwendet. Unterschieden wird dabei zwischen substanzgebundenen Abhängigkeiten (z.B. Alkohol, Cannabis, Tabak, Amphetamine, Medikamente) sowie nicht-substanzgebundenen Abhängigkeiten (z.B. Computerspiele, Internet, Glücksspiele, Kaufsucht).
Abhängigkeiten können zu schwerwiegenden körperlichen, psychischen, ökonomischen und sozialen Schäden bei den Betroffenen führen. Bei den substanzgebundenen Süchten können die Erkrankten nicht mehr ohne die jeweilige Substanz leben. Sie erleiden bei Nicht-Konsum der Substanz teilweise starke körperliche Entzugssymptome und oft entwickelt sich eine zunehmende Toleranz, sodass es zu einer kontinuierlichen Erhöhung des Konsums kommen kann. Bei nicht-substanzgebundenen Abhängigkeiten entsteht vor allem ein hoher psychischer Leidensdruck.
Auswirkungen aufs Studium
Suchterkrankungen sind Rückfallerkrankungen und verlaufen häufig phasenweise. Betroffene Studierende sind meist stark mit dem Konsum oder dem Umgang mit ihrer Abhängigkeit beschäftigt, was viel mentale und körperliche Energie bindet. Entzugssymptome, Suchtdruck, Erschöpfung oder suchtbedingte Folgeerkrankungen können Konzentration, Belastbarkeit und die regelmäßige Teilnahme an Lehrveranstaltungen beeinträchtigen. Das zeigt sich oft in Leistungsschwankungen, Organisationsschwierigkeiten oder Fehlzeiten. Stress, z.B. in Prüfungsphasen, kann Symptome und Suchtdruck verstärken. Suchterkrankte Studierende meiden häufig bestimmte Auslöser wie soziale Situationen oder Orte mit Konsumbezug (z.B. Partys, Computerspielen mit Mitstudierenden) und ziehen sich sozial zurück. Scham- und Schuldgefühle können daran hindern, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eventuell kollidieren notwendige Therapietermine oder Selbsthilfegruppen mit Lehrveranstaltungen oder Anwesenheitspflichten.
Comic „Wieder nicht erschienen“
Quellen
Psychiatrienetz: Alkoholabhängigkeit (Link nicht mehr verfügbar)
Psychiatrienetz: Drogenabhängigkeit (Link nicht mehr verfügbar)
